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Die Märkte kommen aus dem Tief, die Daten mahnen noch zur Vorsicht

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team


In unsicheren Zeiten lohnt es sich, besonders kritisch zu sein.

Wir verfügen inzwischen über Wirtschaftsdaten, welche die Auswirkungen der wirtschaftlichen Abschottung widerspiegeln. Gleichzeitig haben sich die Märkte im vergangenen Monat positiv entwickelt. Wir können durchaus von einer Aufholjagd sprechen, bei der die US-Märkte, nachdem die Kurse im Durchschnitt um 30% gefallen waren, einen Teil des verlorenen Bodens wieder gut machen konnten. Trotz erster positiver Signale halten wir es für verfrüht, bereits wieder zu einer risikoorientierten Haltung überzugehen. Die Aufholjagd der Märkte, die wir im letzten Monat miterlebt haben, eilt unserer Meinung nach den schwachen Wirtschaftsdaten einiger Regionen zu weit voraus.

Aber es zeichnen sich auch Chancen ab. Das massive Eingreifen von Regierungen und Zentralbanken führte an den Kreditmärkten, insbesondere in den USA, zu attraktiven Risiko-Ertrags-Asymmetrien - Gelegenheiten, die es erlauben mit kalkulierbarem Risiko Chancen zu nutzen.

Unsere negative Einschätzung in Bezug auf Aktien spiegelt sich darin wider, dass wir auf dem US-amerikanischen Markt mit großer Vorsicht agieren. Insbesondere gilt unsere kritische Aufmerksamkeit Aktien mit geringer Kapitalisierung. Diese unterliegen durchschnittlich größeren Kursschwankungen. Oftmals stehen kleinere oder erst am Anfang ihrer Entwicklung stehende Unternehmen hinter diesen Wertpapieren - Unternehmen, die im Markt noch nicht so gefestigt sind und nach unserer Einschätzung der Krise wohlmöglich weniger Widerstandskraft entgegensetzen können. In einem Umfeld stark ansteigender Arbeitslosenzahlen und geschwächter Konsumenten suchen wir nach Unternehmen, die in der Lage sind, sich trotz dieser Herausforderungen zu behaupten.

Auch im europäischen Markt beobachten wir die Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft. Die umfassenden sozialen Absicherungssysteme der bevölkerungs- und wirtschaftsstarken Mitgliedstaaten der EU sind eher in der Lage, die Folgen der Krise abzufedern, als es die sozialen Sicherungssysteme der USA vermögen. Doch vor dem Hintergrund, dass die Verschuldung einiger ohnehin schon hoch verschuldeter italienischer Banken nochmals gestiegen ist, zu einem Zeitpunkt, in dem die Arbeitslosenzahlen im gesamten Raum der EU ebenfalls ansteigen, fällt unsere Einschätzung für den europäischen Markt ebenfalls überwiegend negativ aus.

Insgesamt stehen wir dem Aktienmarkt derzeit kritisch gegenüber. Betrachten wir die Anlageklasse nochmals genauer, so bevorzugen wir, gemessen an der strategischen Allokation unserer Portfolios, Aktien aus Schwellenländern gegenüber Aktien der entwickelten Märkte. Die produzierenden Industriezweige der aufstrebenden asiatischen Märkte profitieren vom niedrigen Ölpreis. Die Entwicklung einer wohlhabenden Mittelschicht in China sorgt für eine stabilere Nachfrage und kurbelt den Inlandskonsum weiterhin an. Auch beobachten wir, dass China das Virus besser unter Kontrolle zu bringen scheint, als dies insbesondere in den USA aktuell der Fall ist. Vor diesem Hintergrund verlagern wir, gemessen an der strategischen Ausrichtung unserer Portfolios, unser Engagement hin zum asiatischen Markt.

Bei diesem Ausweichmanöver ist jedoch Vorsicht geboten. Die institutionellen Kapazitäten zur Stimulierung der Märkte sowie zur Erhaltung des niedrigen Zinsniveaus und zur Verhinderung von Kapitalflucht sind von Land zu Land sehr verschieden. Jeder einzelne dieser Bereiche kann die Entwicklung von festverzinslichen Wertpapieren wie auch von Aktien maßgeblich beeinflussen. Daher folgt unser verstärktes Engagement in den asiatischen Märkten einem sehr differenzierten Blick in die Märkte, Regionen und das jeweilige politische Umfeld.

Wir bevorzugen festverzinsliche Unternehmensanleihen gegenüber Aktien

In einigen Bereichen des Anleihenmarktes sehen wir die Chance gute Renditen zu erzielen. Als der Ausverkauf an den Märkten am größten war und das Angebot die Nachfrage übertraf, mussten Wertpapiere, die nicht gerade zu den "Safe-Haven"-Anlagen zählen, höhere Risikoaufschläge in Kauf nehmen. Hochzinsanleihen, aber auch starke Unternehmen mit guten Bilanzen und stabilem Kapitalfluss konnten nur noch zu sehr attraktiven Preisen einen Käufer finden. In dieser Phase stellten Investment-Grade-Anleihen ihre Stärke gegenüber den Verwerfungen des Marktes unter Beweis und empfahlen sich als Anlage für Krisenzeiten. Hochzinsanleihen hingegen durchliefen im März eine Verlustphase, was uns zwischenzeitlich dazu veranlasste, eine kritische Haltung gegenüber Anleihen mit höherer Verzinsung einzunehmen. Doch unterstützt durch das Engagement der US-amerikanischen Notentenbank (Fed) kehrten Anleihen mit schwächerer Schuldnerbonität wieder positiv zurück. Anstatt uns konträr zur Fed aufzustellen, nutzen wir lieber den von ihr entfachten Rückenwind. Daher haben wir unsere zwischenzeitlich kritische Haltung gegenüber Anleihen mit höherer Verzinsung der aktuellen Entwicklung angepasst. Bis sich eine Trendwende im wirtschaftlichen Umfeld abzeichnet, bevorzugen wir tendenziell auch im Bereich risikoreicherer Anlagen Anleihen gegenüber Aktien.

Die Widerstandskraft unserer Anlageportfolios wurde erhöht

Damit unsere Portfolios in Zeiten stärkerer Marktschwankungen robust aufgestellt sind, haben wir unser Engagement in risikoreichere Anlagen, nicht zuletzt auch in Schwellenländern, verringert. "Safe-Haven"-Anlagen, wie Bargeldpositionen und sonstige Liquiditätsreserven, wurden beibehalten. Ungewissheit ist derzeit die einzige Gewissheit, daher werden wir in den kommenden Monaten das Verhältnis zwischen defensiver Haltung und Chancenorientierung, auf die aktuellen Herausforderungen zugeschnitten, neu ausbalancieren. Dieses Gleichgewicht zu finden, erfordert erhebliche Ressourcen, über die Fidelity glücklicherweise verfügt. Von Analysen und der Richtungsbestimmung durch das Global Macro Team, über Einblicke der Aktien- und Anleiheanalysten in Unternehmen und Wirtschaftssektoren bis hin zur regelmäßigen Aktualisierung der Liquiditätsplanung durch weltweit operierenden Wertpapierhändler werden verschiedenste Disziplinen zusammengeführt und schaffen so eine vielschichtige Basis für Entscheidungsprozesse. In einer Zeit, in der Branchenprognosen einer breiten Streuung unterliegen und sehr unterschiedlich ausfallen, ist es wichtig über eigene Ressourcen zu verfügen, die es ermöglichen, sich zu Fundamentaldaten, Bewertungen und Wirtschafts- und Anlageanalysen eine fundierte Meinung zu bilden. Im Team können wir tief in die Märkte, Unternehmen und deren Wachstumspotenzial hineinschauen.

Investieren Sie Ihr Geld, nicht Ihre Zeit

Geldanlage ist nicht immer einfach. Unserer Meinung nach sollte das aber so sein - einfach, individuell und transparent. Mit unserer digitalen Vermögensverwaltung.

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Risikohinweise: Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Bitte beachten Sie hierzu die Risikohinweise auf unserer Website unter https://wealthexpert.fidelity.de/rechtliche-hinweise. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Tel. 069/77060-220