Risikohinweise

Risiken sind Bestandteil jeder Kapitalanlage. Dabei ist es wichtig, ein grundlegendes Verständnis für die Risiken von Anlageprodukten und Finanzdienstleistungen zu entwickeln. Diese Ausführungen sollen Ihnen ein solches Verständnis vermitteln.

Grundsätzlich bieten alle Wertpapiere Chancen auf markt-, branchen- und unternehmensbedingte Kurssteigerungen. Mit der von der FIL Fondsbank GmbH angebotenen Vermögensverwaltung legen Sie Ihr Geld in Fonds an, die wiederum in eine Vielzahl von Einzelwerten investieren. Damit werden Risiken gestreut. Dennoch ist die Anlage in Investmentfonds mit Risiken verbunden.

Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse der Investmentfonds wie auch die daraus fließenden Erträge sind Schwankungen unterworfen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten. Im Extremfall besteht auch die Möglichkeit eines Totalverlustes Ihrer investierten Vermögenswerte.

Für detailliertere Informationen möchten wir Sie auf die bei Vertragsschluss zur Verfügung gestellten Unterlagen „Grundlagenwissen Investmentvermögen“ verweisen.

Zielsetzung der Kapitalanlage

Das Ziel der Kapitalanlage ist der Erhalt oder die Steigerung des Vermögens. Der wesentliche Unterschied zwischen Anlagen in Kapitalmärkten und klassischen Sparformen wie Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten ist das gezielte Eingehen von Risiken, um Renditechancen wahrzunehmen. Bei klassischen Sparformen ist hingegen der einbezahlte Betrag garantiert, die Rendite aber auf den vereinbarten Zins begrenzt.

Zusammenspiel von Rendite, Sicherheit und Liquidität

Zur Auswahl einer Kapitalanlagestrategie und der entsprechenden Anlageinstrumente ist es wichtig, sich folgender Ziele bewusst zu sein: Rendite, Sicherheit und Liquidität.

  • Rendite ist der Maßstab des wirtschaftlichen Erfolgs einer Kapitalanlage, der in Gewinnen oder Verlusten gemessen wird. Hierzu zählen unter anderem Kursgewinne und Ausschüttungen wie Dividenden oder Zinszahlungen.
  • Sicherheit ist auf Erhaltung des angelegten Vermögens ausgerichtet. Die Sicherheit einer Kapitalanlage hängt von den Risiken ab, denen sie unterworfen ist.
  • Liquidität beschreibt die Verfügbarkeit des angelegten Vermögens, d. h. in welchem Zeitraum und zu welchen Kosten das angelegte Vermögen veräußert werden kann.

Die Ziele Rendite, Sicherheit und Liquidität stehen in Wechselwirkung zueinander. Eine Anlage mit hoher Liquidität und hoher Sicherheit bietet in der Regel keine hohe Rendite.

Allgemeine Risiken

Neben speziellen Risiken einzelner Anlageklassen, Anlageinstrumente und Finanzdienstleistungen bestehen allgemeine Risiken bei Kapitalanlagen. Einige sind im Folgenden beschrieben.

Konjunkturrisiko: Die Entwicklung einer Volkswirtschaft verläuft typischerweise in Wellenbewegungen, deren Phasen in Aufschwung, Hochphase, Abschwung und Tiefphase unterteilt werden können. Dieser konjunkturelle Zyklus und die mit ihm oftmals verbundenen Eingriffe von Regierungen und Zentralbanken können mehrere Jahre oder Jahrzehnte andauern und einen bedeutenden Einfluss auf die Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen haben. Konjunkturell ungünstige Phasen können somit eine Kapitalanlage langfristig in Mitleidenschaft ziehen.

Inflationsrisiko: Das Inflationsrisiko beschreibt die Gefahr, durch Geldentwertung einen Vermögensschaden zu erleiden. Liegt die Inflation, also der Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen, über der nominalen Verzinsung einer Geldanlage, so ergibt sich dadurch ein Kaufkraftverlust in Höhe der Differenz. Man spricht in diesem Fall von negativen Realzinsen.

Länderrisiko: Ein ausländischer Staat kann Einfluss auf den Kapitalverkehr und die Transferfähigkeit seiner Währung nehmen. Ist ein in einem solchen Staat ansässiger Schuldner aus diesem Grund trotz eigener Zahlungsfähigkeit nicht in der Lage, eine Verpflichtung (fristgerecht) zu erfüllen, so spricht man von einem Länder- oder Transferrisiko. Ein Anleger kann hierdurch einen Vermögensschaden erleiden.

Währungsrisiko: Bei Anlagen in einer Fremdwährung hängt der erzielte Ertrag nicht ausschließlich vom nominalen Ertrag ab. Er wird auch durch die Entwicklung des Wechselkurses der Fremdwährung zur Heimatwährung beeinflusst. Ein Vermögensschaden kann entstehen, wenn die Fremdwährung, in der die Anlage getätigt wurde, gegenüber der Heimatwährung abwertet.

Liquiditätsrisiko: Anlagen, die gewöhnlich kurzfristig gekauft und verkauft werden können und deren An- und Verkaufskurse nah beieinander liegen, werden als liquide bezeichnet. Für diese Anlagen gibt es in der Regel eine ausreichende Anzahl an Käufern und Verkäufern, um einen kontinuierlichen und reibungslosen Handel zu gewährleisten. Bei illiquiden Anlagen oder auch in Marktphasen, in denen unzureichende Liquidität besteht, ist hingegen nicht gewährleistet, dass ein Verkauf einer Anlage kurzfristig und zu geringen Kursabschlägen möglich ist. Dies kann zu Vermögensverlusten führen, wenn zum Beispiel eine Anlage nur mit Kursverlusten veräußert werden kann.

Kostenrisiko: Kosten werden als Risikofaktor der Geldanlage oft vernachlässigt. Offene und versteckte Kosten sind für den Anlageerfolg jedoch von entscheidender Bedeutung. Für einen langfristigen Anlageerfolg ist es unabdingbar, mit großer Sorgfalt auf die Kosten einer Geldanlage zu achten. Kreditinstitute, andere Finanzdienstleister sowie Fondsanbieter erheben Managementgebühren, Provisionen und sonstige Kosten.

Steuerliche Risiken: Aus Kapitalanlagen erzielte Erträge sind für den Anleger in der Regel steuer- und/oder abgabenpflichtig. Veränderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen für Kapitalerträge können zu einer Änderung der Steuer- und Abgabenlast führen. Bei Anlagen im Ausland kann es darüber hinaus zu einer Doppelbesteuerung kommen. Steuern und Abgaben mindern also die effektiv erzielbare Rendite des Anlegers. Darüber hinaus können sich steuerpolitische Entscheidungen positiv oder negativ auf die Kursentwicklung der Kapitalmärkte insgesamt auswirken.

Risiko von kreditfinanzierten Kapitalanlagen: Anleger können durch Kreditaufnahme oder Beleihung ihrer Wertpapiere zusätzliche Mittel für die Geldanlage erhalten, mit dem Ziel, den Anlagebetrag zu steigern. Dieses Vorgehen bewirkt eine Hebelwirkung des eingesetzten Kapitals und kann das Risiko deutlich erhöhen. Sinkt der Wert des Portfolios, können unter Umständen Nachschusspflichten der Beleihung oder Zins- und Tilgungsforderungen des Kredits nicht mehr bedient werden und der Anleger ist zur (Teil-)Veräußerung des Portfolios gezwungen. Von kreditfinanzierten Geldanlagen ist daher im Grundsatz abzuraten.

Risiken der Vermögensverwaltung

Die Vermögensverwaltung unterscheidet sich grundlegend von der Anlageberatung oder -vermittlung. Der Vermögensverwalter erhält vom Kunden die Befugnis, Anlageentscheidungen im eigenen Ermessen vorzunehmen, wenn sie ihm für die Verwaltung des Kundenvermögens zweckmäßig erscheinen.

Er darf sich jedoch grundsätzlich kein Eigentum an den Vermögenswerten des Kunden verschaffen oder diese auf kundenfremde Depots oder Konten übertragen. Bei den Anlageentscheidungen muss der Vermögensverwalter zwar keine Weisungen des Kunden einholen, er ist jedoch an die vorher vereinbarten Anlegerichtlinien gebunden.

Außerdem ist die Vermögensverwaltung mit Risiken für die Vermögenssituation des Kunden verbunden. Obwohl der Vermögensverwalter dazu verpflichtet ist, stets im besten Interesse des Kunden zu handeln, kann es zu Fehlentscheidungen und sogar Fehlverhalten kommen. Der Vermögensverwalter kann keine Garantie für den Erfolg oder für die Vermeidung von Verlusten abgeben. Auch ohne Vorsatz oder Fahrlässigkeit können die vereinbarten Anlegerichtlinien durch Marktveränderungen verletzt werden.