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Die anhaltende Differenz zwischen Wirtschaftsdaten und Marktperformance

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team

 

Die Aktienmärkte haben in den letzten Wochen etwas an Boden verloren. Zum einen gingen die Spannungen im internationalen Handel nicht spurlos anihnen vorbei, zum anderen stellen wir ein Nachlassen der direkten Wirkung von Zinssenkungen fest. Wir befinden uns an einem Scheideweg, ein Punkt, von dem aus es mit den Märkten wieder aufwärts gehen kann.      

Die primäre Frage, vor der die Anleger heute stehen, ist nach wie vor, ob wir das Spannungsverhältnis zwischen starken globalen Aktienmärkten und wiederanziehenden Anleihenmärkten auflösen können.

Die Signale sind widersprüchlich.

Die gedämpften Wachstumsaussichten, die wir weltweit erkennen, sindnormalerweise für Anleihen vorteilhaft und für Aktien von Nachteil. Doch seit Jahresanfang haben Aktien eine starke Performance gezeigt, was wiederum auf einen positiveren Wachstumsausblick hinweisen müsste. Schauen wir uns hingegen die letzten Wochen an, so sehen wir, dass der Aktienmarkt an Boden verloren hat. Sowohl dieSpannungen im internationalen Handel als auch die gedämpften direkten Auswirkungen der Zinssenkungen haben sich bemerkbar gemacht. Wir befinden wir uns an einem Scheideweg, ein Punkt, von dem aus es mit den Märkten wieder aufwärts gehen kann. 

Die Augen sind auf die Vereinigten Staaten gerichtet. Alle suchen nach einem Hinweis auf das, was wohl als Nächstes kommt. Die US-Notenbank Federal Reserve, die großen US-amerikanischen Unternehmen und dieUS-Regierung spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Die Richtungsänderung in der Geldpolitik.

Im Verlauf nicht einmal eines Jahres sahen wir, wie die Federal Reserve sich von einem Straffungszyklus in Richtung Datenabhängigkeit und Pause bewegte, dann die Zinssätze um 25 Basispunkte*senkte, um nun möglicherweise in einen nachhaltigeren Zinssenkungszyklus einzusteigen. 

Obwohl die US-Notenbank (Fed) den Zinssatz erstmals seit 10 Jahren senkte und den Aktienmärkten genau das gab, was sie verlangten, enttäuschten dieseund die Kurse sanken.

Ein positiver Effekt ist trotzdem erkennbar. Dank der Senkung blieb der vom Markt erwartete Anstieg der Zinskurve aus und die globale Zinsstruktur so niedrig wie vor 2007.  

Die geldpolitische Wirkung geht deutlich über Gefühlslagen hinaus, was sich aber erst mit einiger Verzögerung bemerkbar macht. Angesichts der raschen Trendwende, welche die Fed im letztenJahr geldpolitisch vollzogen hat, dürften negative Auswirkungen aus dem Straffungszyklus noch nicht ganz überwunden sein. Gleichzeitig flachen die positiven fiskalpolitischen Impulse derSteuersenkungen, die 2018 in den USA in Kraft traten, ab. Die steuerliche Entlastung US-amerikanischer Unternehmen beflügelte 2018 und 2019 den Aktienmarkt. Inzwischen blicken wir jedoch dem Ende dieser Entwicklung entgegen.    

Die Fed versucht zwar, durch Zinssenkungen negative Faktoren zu kompensieren. Aber wir sollten auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Zentralbankpolitik nicht mehr die gewünschte Wirkung entfalten kann. Es lohnt sich, die Erfahrung des Jahres 2001 zu berücksichtigen, in dem die Fed die Zinsen zehnmal senken musste, um die achtmonatige Rezession einzudämmen.

Unternehmensrentabilität und Verbraucherstimmung.

Ein Punkt, der für die weitere Entwicklung ebenfalls wichtig sein könnte, ist die Ertragslage der größten US-amerikanischen Unternehmen. Sie siehtnicht sonderlich gut aus. Sicher, die Wall Street erweckt den Eindruck, dass die Unternehmensgewinne auf hohem Niveau liegen, doch die Daten der Regierungsbehörde des Handelsministeriums der Vereinigten Staaten zeichnen ein ganz anderes Bild.

Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung des Bureau of Economic Analysis führt zu nach unten korrigierten Schätzungen, wobei die Gewinnrücklagen nicht höher als 2014 und niedriger als 2012 sind. Es lohnt sich, wichtige Daten wie die Rentabilität von Unternehmen kritisch zu betrachten und angesichts des Preisniveaus offen dafür zu sein, dass die Daten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen aussagekräftiger sind als die Wall Street. 

Stimmt dieses Bild, müssten die Investoren in Betracht ziehen, dass der US-Unternehmenssektor ein Problem mit seinen Gewinnen hat. Der US-amerikanische Verbraucher ist noch nicht angeschlagen, aber wenn es auf Unternehmensseite ein Problem mit den Gewinnen gibt, könnte sich das schon bald im Arbeitsmarkt niederschlagen. Gibt der Arbeitsmarkt nach, so wird das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher auf eine harte Probe gestellt.

Spannungen im internationalen Handel stehen wieder im Rampenlicht.

Die Spannungen im internationalen Handel belasten einige Zeit nach Beendigung des G20-Gipfels wieder die Wirtschaft. 

Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve hat die Zinsen gesenkt und gleichzeitig signalisiert, dass sie diese möglicherweise noch weiter senken wird, um die Unsicherheit im Handel auszugleichen. Damit macht die Fed genau das, was die US-Regierung will und gibt ihr so die Möglichkeit, den Handel dafür zu benutzen, die Fed in ihrem Sinne zu beeinflussen. Die Regierung wollte niedrigere Zinsen und hat sie bekommen.

Die Eskalation um die Zölle ist eine Sache, eine ganz andere ist die vom US-amerikanischen Finanzministerium an China gestellte Forderung, seine Währung durch Manipulation zu schwächen und nach unten zu korrigieren (wenngleich China das Gegenteil davon tut).  

Wir sind der Ansicht, dass wir uns in einem frühen Stadium einer längerfristigen strategischen Rivalität zwischen den USA und China befinden. Kurzfristige Zoll- und Währungsspannungen tragen sicher zu den immer stärkeren Schwankungen bei, die wir im Markt beobachten können. Die wechselseitige Rückkopplung zwischen der Handelspolitik der US-Regierung und der Geldpolitik macht es Anlegern sehr schwer, die weitere Entwicklung richtig einzuschätzen. 

Nach einem überwiegend starken Jahr 2019 wächst nun Unsicherheit. Unser Hauptaugenmerk liegt daher weiterhin nicht darauf, bei jeder Kursrally dabei zu sein, sondern stattdessen das Kapital der Anleger zu schützen. Wir sehen in defensiven Anlagen wie Gold eine attraktive Option und treffen unsere Entscheidungen mit dem Ziel vor Augen, mögliche Abwärtstendenzen abzufedern und Kapital zu sichern. 

 

*1 Basispunkt = 0,01%.

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