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Warum Sie endlich aufhören sollten zu sparen

Andreas Telschow

Andreas Telschow - Kundenservice

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Immobilien werden immer teurer, die Rentenlücke größer. Was nicht wächst, sind die Sparzinsen. Nach Abzug der Inflation verlieren Sparguthaben derzeit sogar ständig an Wert. Die großen Sparziele im Leben erreicht man so kaum. Doch gerade findet ein Umdenken statt.

Das klassische Sparbuch ähnelt einem Fass mit Leck. Langsam, aber unablässig schrumpft der Inhalt. Das Leck im Sparbuch ist die Inflation: Weil Waren und Dienstleistungen immer teurer werden, verliert das Geld an Wert. Für alle, die auf langfristige Ziele hinsparen – etwa auf eine Ergänzung der staatlichen Rente – ist das ein echtes Problem.

Dennoch gehört das Sparen zur deutschen Kultur. Der Weltspartag feiert seit fast 100 Jahren die Praxis, regelmäßig Geld zurückzulegen. Schon im 19. Jahrhundert wurden Kinder mit allerlei Tricks zum Sparen erzogen: Im Rahmen von Schulsparkassen etwa sammelten Lehrer regelmäßig Sparbeiträge von ihren Schülern ein, die sie auf Sparbücher einzahlten – und das stellenweise bis in die 1990er Jahre.¹

Das Sparbuch ist jedoch längst kein guter Weg mehr, um sein Geld zu vermehren. 1980 lagen die durchschnittlichen Sparbuchzinsen noch bei 4,6 Prozent, zuletzt hingegen nur noch bei 0,2 Prozent.²

Inflation zehrt Erspartes auf

Die Umstände sprechen also klar gegen das Sparbuch, doch es hält sich wacker. Bei unserer Umfrage zum Thema Geld, die wir gerade zusammen mit YouGov durchgeführt haben, sagten 58 Prozent der Befragten, dass sie Geld auf einem Tagesgeldkonto haben, und 39 Prozent nutzen ein Sparbuch.

All diese Menschen geben sich damit zufrieden, dass das Geld, für das sie gearbeitet haben, stetig an Wert verliert. Denn wenn solche Konten überhaupt noch Zinsen bieten, dann verschwindend geringe. Der Kaufkraftverlust hingegen ist erheblich. 1.000 Euro zum Beispiel haben bei einer Inflation von zwei Prozent nach 20 Jahren (ohne Einlagenzinsen) nur noch eine Kaufkraft von 673 Euro, also rund ein Drittel weniger.  

Wie man gegen die Inflation ankommt

Wer sich langfristig Rücklagen aufbauen will, die für Notfälle Schutz bieten, Träume wahr werden lassen und das Alter absichern, der muss das Leck stopfen und mindestens den Wertverlust durch die Inflation ausgleichen. Immer mehr scheinen diese Notwendigkeit zu erkennen: Seit 2015 fällt die Zahl der Deutschen mit Tagesgeld-, Termingeld- oder Festgeldanlagen stetig.³ Dem gegenüber steht im gleichen Zeitraum eine steigende Zahl von Menschen, die in Aktien oder Aktienfonds investieren.⁴

Während Sparguthaben keine oder extrem geringe Zinsen bieten, konnten Anleger mit einem globalen Mischfonds während der vergangenen 15 Jahre im Schnitt eine jährliche Rendite von 3,5 Prozent erzielen, mit einem globalen Aktienfonds von rund sechs Prozent.⁵ Das gleicht nicht nur den Wertverlust durch die Inflation aus, es bietet Anlegern sogar noch einen Wertzuwachs.

Langfristige Sicherheit, kurzfristiges Risiko

Aber seien wir ehrlich: Ganz so einfach ist der Vergleich zwischen Sparbüchern und Aktien nicht. Denn während Sparguthaben absolut sicher sind, besteht bei Anlagen an der Börse ein Risiko: Die Kurse können fallen ebenso wie steigen. In der Vergangenheit boten langfristige Anlagen zwar immer eine positive Rendite, doch dafür gibt es keine Garantie. 

Sicherheit ist uns allen wichtig, gerade, wenn es um Geld geht. Doch wer etwa seine Rentenlücke schließen will, kann es sich meistens nicht leisten, den heimlichen Wertverlust eines Sparguthabens hinzunehmen. Oder anders gesagt: Um langfristig mehr Sicherheit zu erlangen, muss man kurzfristig Risiken eingehen.