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Drohender Handelskrieg greift die Börsen an

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team


Der Handelsstreit raubt der Markterholung die Kraft

Sowohl aufseiten der USA wie auch aufseiten Chinas gibt es im Handelskonflikt grundsätzliche Standpunkte, die das Potenzial haben, den Streit eskalieren zu lassen. Doch die Sache ist noch nicht entschieden - eine sinnvolle Beilegung des Konfliktes scheint ebenso im Bereich des Möglichen, wie das Erreichen der nächsten Eskalationsstufe. Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheiten, welche die Märkte belasten, ist die Performance an den Aktienmärkten in der ersten Jahreshälfte 2019 bemerkenswert: der US-Aktienmarkt legte um 15% zu und lag nur 3 % unter seinem jüngsten Höchststand. Nachdem das vergangene Jahr von einer starken Verkaufsphase geprägt war, erwarteten wir Ende 2018 eine Erholung der Märkte und hatten uns entsprechend aufgestellt. Die sehr dynamische Entwicklung am Aktienmarkt erfüllte unsere Erwartungen, doch in den letzten Wochen entwickelten wir auch eine gesunde Skepsis gegenüber der Preisentwicklung. Die Anzeichen, die für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung sprechen, sind einfach zu dünn gesät.

Ein Durchatmen des Marktes in Verbindung mit einem leichten Nachgeben der Kurse betrachten wir daher als notwendiges Korrektiv, eine Anpassung an die Realwirtschaft, die wir, solange sie sich in einem gesunden Rahmen bewegt, durchaus begrüßen.
 

Die Wirtschaft wird durch politische Maßnahmen unterstützt

Einer der stärksten Treiber am Markt war in diesem Jahr die Politik. Sie gibt weltweit die Rahmenbedingungen vor. So hat China seit dem Börsenbeben 2008 und den Kurseinbrüchen 2015 wirkungsvolle Maßnahmen entwickelt, die bei Bedarf als Impulsgeber für die Märkte eingesetzt werden. Die jüngsten Maßnahmen blieben jedoch in Umfang und Wirkung hinter dem Big-Bang-Impuls vergangener Jahre zurück. Dennoch erwarten wir zur zweiten Jahreshälfte eine gewisse Belebung der Märkte.

Europa bläst weiterhin ein kräftiger Wind entgegen. Die Europäische Zentralbank hat geldpolitische Gegenmaßnahmen ergriffen; sie verzögert Zinserhöhungen und leitet erneut eine Runde gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) ein. Die Verbindung aus niedrigen Zinsen und langfristigen Krediten für Banken konnte dazu beitragen, die Märkte vorübergehend zu beruhigen. Wir sehen in diesen Maßnahmen aber eher eine Schadensbegrenzung, als Impulse für den Markt.

In den Vereinigten Staaten hatte die US-Notenbank (Fed) einen vorsichtigen Vorstoß gewagt, sich von der Niedrigzinspolitik zu verabschieden und in kleinen Schritten zu einer Normalisierung der Geldpolitik zurückzukehren - ein Schritt, der die Märkte möglicherweise so sehr verunsicherte, dass die Fed sich gezwungen sah, ihr Handeln an die Konjunkturdaten anzupassen, und in Sachen geldpolitischer Wende erst einmal eine Pause einzulegen. Der zaghafte und zuvorderst auf Worten basierende Versuch, die zinspolitische Wende einzuleiten, beruhte noch auf starken Wirtschaftsdaten. Doch inzwischen deutet schon einiges darauf hin, dass sich am Horizont etwas anderes abzeichnet.

Der Zustand der Wirtschaft im Fitness-Check

Das Gefälle zwischen starken Märkten und schwachen Fundamentaldaten kann nicht für ewig bestehen. Die Frage ist nur, von welcher Seite wird die Annäherung kommen? Wird eine Korrektur am Finanzmarkt den Abstand verringern oder wird die Wirtschaft anziehen? Weltweit betrachtet gibt es zaghafte Anzeichen einer Stabilisierung, doch die Aussichten für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten sind weniger vielversprechend.

Der Unternehmenssektor bleibt weiterhin ein wichtiger Bereich, dem unsere volle Aufmerksamkeit gilt. Die meisten US-amerikanischen Unternehmen konnten die gesenkten Gewinnprognosen übertreffen. Wirklich große positive Überraschungen blieben aber weitgehend aus. Während Unternehmen ihre Gewinnprognosen im Fünfjahresdurchschnitt um 1 % übertreffen, konnten sie sie diesmal nur um 0,7 % schlagen. Darüber hinaus gibt es Indikatoren, welche die Kurse negativ beeinflussen könnten. Der jüngste „ISM Non-Manufacturing PMI-Index“, weist für den US-amerikanischen Dienstleistungssektor die schwächste monatliche Expansion seit Juli 2017 aus. Auch beobachten wir mit großer Aufmerksamkeit, welche Investitionen Unternehmen tätigen und wie sie ihren Handlungsspielraum für den Ausgabenbereich nutzen, den sie frei gestalten können. Der Qualität von besicherten spekulativen Krediten (Leveraged Loans), durch die sich Unternehmen mit Fremdkapital versorgen, schenken wir genauso viel Aufmerksamkeit wie dem schnell wachsenden Bereich von Unternehmensanleihen mit BBB-Rating.

Alles in allem ein Balanceakt

Die aktuellen Rahmenbedingungen sind ausgesprochen vielschichtig. Die weiterhin ernsthaften Spannungen, um nicht zu sagen Verspannungen, bei den internationalen Handelsbeziehungen, sind in diesem Geflecht nur ein einzelner, aber sehr gewichtiger Sachverhalt, der uns darin bestärkt, unsere Risikobereitschaft nicht zu erhöhen. Wir denken, es gibt eine allgemeine Erosion in das Vertrauen von Handel und Politik und vermuten daher, dass die Aktienmärkte eine Schwächephase durchlaufen könnten. Gleichzeitig bauen wir aber auch darauf, dass die Federal Reserve, Präsident Trump und die chinesischen Politiker sehr darauf bedacht sind, eine signifikante Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik zu vermeiden, und möchten daher die Lage keineswegs zu negativ einschätzen.

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