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Unterschiedliche Signale zu Beginn der Berichtssaison

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team

 

Aufgrund des Wiederauflebens des Handelskriegs erlebte der Aktienmarkt im Mai einen regelrechten Ausverkauf. Die Kurse sanken. Doch schon im Juni und Juli erholte sich der Markt wieder und die US-Aktienmärkte erreichten sogar ihren Allzeithöchststand.

Schauen wir uns die Entwicklung der Aktienmärkte im Vergleich zu der Entwicklung der als sicher geltenden Anleihenmärkte an, so finden wir keine deutlichen Signale. Keiner der beiden Märkte gibt mit seiner Entwicklung eine klare Richtung vor, aus der wir eindeutige Schlüsse für die weitere Marktentwicklung 2019 ziehen könnten.

Die zurückhaltende Zinspolitik der Zentralbanken treibt die Kurse weiterhin an. Allerdings sind wir der Meinung, dass die Preisbildung am Aktienmarkt von zu viel Optimismus getragen wird. Die Anleger sind anscheinend fest davon überzeugt, dass wir über den Berg sind. Anders lassen sich die aktuellen Kurse am Aktienmarkt nicht mehr erklären. Doch konnten wir kaum belastbare Hinweise finden, die diese Zuversicht untermauern. Im Gegenteil: Die Fundamentaldaten haben sich nochmals verschlechtert.

Anhaltende Schwäche in den USA, Europa und China

Die Sicht der US-amerikanischer Unternehmen auf die Wirtschaft verströmt hingegen wenig Zuversicht. In einer Umfrage der Duke Fuqua School of Business vom Juni nehmen die befragten CFOs im Vergleich zum Monat März eine deutlich kritischere Haltung ein. Rund 40,1% der CFOs sehen die Aussichten für die Wirtschaft inzwischen „wenig optimistisch“. Noch wichtiger ist vielleicht, dass sich das prognostizierte Investitionswachstum für die nächsten 12 Monate von 8,2% im März auf 3,4% verschlechtert hat. Ein beunruhigendes Zeichen, denn die Investitionen der Unternehmen sind wichtige Wegweiser für das Wachstum. Wenn der Unternehmenssektor insgesamt die frei verfügbaren Ausgaben reduziert, würde dies das Wachstum der Märkte deutlich bremsen.

Wir schauen uns die Unternehmensberichte der laufenden Saison sehr genau an. Einige Finanzberichte konnten positiv überraschen. Aber die enttäuschenden Ergebnisse von großen Industrieunternehmen wie Boeing und Caterpillar Inc. wiegen insgesamt sehr viel schwerer. 

Betrachten wir das alles einmal im globalen Kontext: Die Zahlen des Einkaufsmanagerindex sind in den USA wie auch in Europa nicht gut. Beim verarbeitenden Gewerbe in Deutschland verschärfen sich die Anzeichen für eine Rezession. Doch stehen diese Daten noch im Widerspruch zur überdurchschnittlichen Performance des Einkaufsmagerindex für Dienstleistungen. Wir gehen davon aus, dass es letztendlich eine Annäherung geben wird. 

Zudem haben wir bisher noch keine Zeichen für eine erneute Beschleunigung der chinesischen Wirtschaft gesehen. 
 

Zinssätze und sichere Anlagen

Wir glauben, dass die Aktienmärkte in Bezug auf die Gewinnausrichtung 2019 zu selbstgefällig sind, und das Vertrauen der Unternehmen nimmt ab. Diese Tendenz sollte man ernst nehmen. Wenn Unternehmen mehrheitlich beschließen, die künftige Wirtschaftsentwicklung abzuwarten, bevor sie investieren, könnte dies mit einer schlechten Stimmung durch den Handelskonflikt einhergehen und dazu führen, dass die USA stärker an Momentum verlieren werden als bisher erwartet. Selbst wenn eine wirtschaftliche Rezession vermieden wird, könnten die Erträge erheblich zurückgehen. Es wird immer wichtiger, den Unternehmenssektor zu beobachten, denn in der nächsten Ertragssaison könnte es zu einer Klärung kommen.

Die Realzinserwartungen haben sich im Laufe des Jahres 2019 bisher deutlich verändert; wir haben das Jahr mit einer Marktpreisbildung von 75 Basispunkten* bei Zinserhöhungen begonnen, sind aber inzwischen auf rund 100 Basispunkte* bei Zinssenkungen übergegangen. Wir erleben also deutliche Bewegungen in beide Richtungen und liegen inzwischen 25 Basispunkte unter dem Zinsniveau, mit dem wir zum Jahresbeginn gestartet sind. In diesem Umfeld hätte der US-Dollar fallen sollen, aber das ist nicht passiert. Der starke Dollar wurde weitgehend vom „Sonderweg“ der USA in Form von restriktiver Politik und dem damit zumindest kurzfristig einhergehenden Wirtschaftswachstum angetrieben. 

Letztendlich aber hat sich die US-amerikanische Wirtschaft dem Rest der Welt angenähert und die US-Notenbank kehrte zu einem gemäßigten Ansatz zurück. Wir gehen davon aus, dass der US-Dollar allmählich schwächer werden wird.

Trotz schwächerer Wirtschaftsdaten sehen wir weiterhin eine starke Performance von Risikoaktiva wie Hochzinsanleihen und Aktien, deren Kursentwicklung nicht von schwachen Fundamentaldaten, sondern der gemäßigten Geldpolitik getrieben wird. 

Kehrt sich dieser Fokus aber um und treten die Märkte in eine Phase der Risikovermeidung ein, so wird dies nach unserer Einschätzung den sicheren Anlagen zugutekommen.
 

Ein Balanceakt

Die Märkte sind unentschlossen, ob sie sich auf die lockere Geldpolitik oder das rückläufige Wachstum konzentrieren sollen. Wir konzentrieren uns weiterhin auf den Kapitalschutz und sind bei unserem Engagement in Aktien sehr selektiv, wobei wir sowohl den Schutz nach unten wie auch die Wahrnehmung von Chancen sorgfältig abwägen. 

*1 Basispunkt = 0,01%.

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