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Die Politik bestimmt die Richtung, die Märkte folgen

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team

Zur zweiten Jahreshälfte zeichnet sich ab, dass die Geldpolitik und das Handeln der Regierenden maßgeblich darüber entscheiden, wie die Märkte sich entwickeln. Die amerikanische Notenbank (Fed) sendet keine Signale, die eine Zinserhöhung in näherer Zukunft erwarten lassen. Die Regierenden federn mit fiskalpolitischen Maßnahmen Lohn- und Geschäftsausfälle ab und die Wirtschaftsdaten bessern sich, da Lockerungsmaßnahmen erste Wirkung zeigen und die Konjunktur anzieht. Doch der Aufwärtstrend ist noch brüchig. Die Bedrohung durch das Virus besteht nach wie vor und es ist nicht genau absehbar, wie erfolgreich sich die Ausbreitung eingrenzen lässt. Erkennbar aber ist, dass das Handeln der Regierenden und die Akzeptanz der Bevölkerung für notwendige Maßnahmen entscheidende Faktoren für die weitere Entwicklung sind. Nachdem es den meisten Staaten gelungen ist, durch Einschränkung der sozialen Kontakte die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bringen, sind die Regierenden dazu übergegangen, die verhängten Maßnahmen zu lockern. In Europa scheint es bisher zu gelingen, die Zahl derer, die sich neu infizieren, stabil zu halten oder sogar zu senken. Der asiatische Raum  - vor allem China - nutzt als das Land, in dem das Virus erstmals ausbrach, erfolgreich den zeitlichen Vorsprung, den die Region gegenüber anderen Staaten hat, und hält das Virus gut in Schach. In anderen Schwellenländern, wie Brasilien und Indien ist die Entwicklung eher besorgniserregend. Noch höher ist die Infektionsrate in den USA, nachdem die Ausbreitung des Virus vorläufig verlangsamt werden konnte, gerät das Land nun durch wieder ansteigende Infektionsraten immer stärker unter Druck.

Die Entwicklung von Impfstoffen ist vielversprechend, erlaubt aber noch keine zuverlässige Prognose für die Zukunft. Maßnahmen der sozialen Distanzierung werden das Zusammenleben noch längere Zeit bestimmen und die Entwicklungsmöglichkeiten des Dienstleistungssektors in vielen Bereichen einschränken. Der Wahlkampf in den USA wird die Märkte verunsichern und die "Rhetorik des Handelskrieges" dabei voraussichtlich eine entscheidende Rolle spielen.

Die Zentralbanken treiben die quantitative Lockerung voran und erhöhen durch den Ankauf von Anleihen die Liquidität im Markt. Fiskalische Unterstützung durch die Regierenden, wie Gespräche über die nächste Phase der Stimulierungsmaßnahmen in den USA, verfolgen wir genau. Wir sehen positive Anzeichen für den EU-Konjunkturfond und werten es als starkes Signal, dass Deutschland bereits auf nationaler Ebene mit bemerkenswert aggressiven Konjunkturmaßnahmen die Initiative ergriffen hat. In China zeigen umfangreiche Stimulierungsmaßnahmen bereits positive Effekte, die Wirtschaft nimmt deutlich an Fahrt auf.

Die Märkte und wie wir uns für sie aufstellen

Wir verfolgen das Ziel, unser Risikobudget vorrangig in die Bereiche zu investieren, die von geldpolitischen und fiskalischen Maßnahmen profitieren. Für eine optimistischere Sicht auf das Entwicklungspotenzial der Märkte außerhalb dieser Bereiche müssten die Fundamentaldaten sich verbessern und die Ausbreitung des Virus in allen entscheidenden Märkten durch optimales Krisenmanagement unter Kontrolle gebracht werden. Unsere Bewertung von Aktien ist negativ. Ebenso unsere Beurteilung für den US-amerikanischen Markt, ausgenommen einiger Sektoren, die durch fiskalische oder geldpolitische Stimulierungsmaßnahmen gestützt werden. So erkennen wir in den Energie- und Technologiebranchen Chancen. Den stärksten Rückenwind aber bekommen durch das starke Engagement der Fed festverzinsliche Wertpapiere.

Unsere Beurteilung des europäischen Marktes haben wir von negativ auf neutral angehoben. Positiv bewerten wir weiterhin das aufstrebende Asien. Für chancenorientierte Anlagen suchen wir verstärkt im asiatischen Raum insbesondere für unsere Portfolios mit höherer Risikobereitschaft nach Gelegenheiten. Unser primäres Ziel ist es aber, unsere Portfolios robuster gegen Schwankungen am Markt aufzustellen. Daher investieren wir verstärkt in festverzinsliche Wertpapiere und nutzen dabei das gesamte Spektrum, das der Anleihemarkt von Investment-Grade-Unternehmensanleihen, über Staatsanleihen bis hin zu Hochzinsanleihen bietet.

Zusammenfassung

Die Differenz zwischen Fundamentaldaten und Kurserholung, die Effekte der Fiskal- und Geldpolitik sowie Unterschiede im Krisenmanagement der Regierenden bilden das Umfeld für unsere Investitionen. Eine Marktsituation voller Herausforderungen, für die wir die breite Palette der uns zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um genau ausbalanciert Chancen wahrzunehmen und Kapital zu sichern.
 

Risikohinweise: Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Bitte beachten Sie hierzu die Risikohinweise auf unserer Website unter https://wealthexpert.fidelity.de/rechtliche-hinweise. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Tel. 069/77060-220