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Das neue Jahr beginnt bei gleichem Rückenwind mit neuem Gegenwind

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team


Der Start in das Jahr 2020 lässt nicht auf eine schnelle Entspannung der weltpolitischen Krisenherde hoffen. Im Gegenteil, fast pünktlich zum Jahreswechsel spitzten sich die geopolitischen Spannungen zu und das Verhältnis zwischen dem Iran und den USA erreichte einen neuen Siedepunkt. 

Für einen kurzen Augenblick ließen die Aktienmärkte eine gewisse Anspannung erkennen, doch mit dem Nachlassen der Angst vor einer Eskalation, beruhigten sie sich wieder und reagierten positiv auf den Beginn der ersten Phase des mehrstufigen Handelsabkommens zwischen China und den USA. Sowohl risikoreichere Anlagen wie auch Anleihen entwickelten sich gut.

Alle hatten lange auf diese Nachricht gewartet. Begeisterung kam auf. Doch die Tinte auf dem Abkommen war noch nicht getrocknet und die positive Entwicklung formte sich gerade zur Aufbruchstimmung, da brach die Nachricht über eine von China ausgehende mögliche Epidemie über die Welt herein. Erneut erleben wir einen Ansturm auf Anlagen wie Gold und Staatsanleihen, die den Ruf großer Sicherheitsreserven genießen, wie auch einen starken Wertzuwachs bei als sicher geltenden defensiven Währungen wie dem japanischen Yen und dem US-Dollar.   

Wie wir in bewegten Zeiten den Kurs halten 

Das Jahr begann unruhig und vor dem Hintergrund drohender Gefahren im Gesundheitsbereich und geopolitischer Krisen beobachteten wir Schwankungen an den Anlagemärkten. Gerade in diesen unruhigen Zeiten richten wir unseren Blick auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten, welche die Basis für unsere Einschätzung der Aktienmärkte und die zu erwartende Entwicklung bilden.    

Viele Zentralbanken, vor allem die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB), reagierten auf die sich im Jahr 2019 weltweit synchron entwickelnde Wachstumsverlangsamung mit einer Lockerung der Geldpolitik.  

Mit optimistischer Erwartung blickten die Anleger dem zukünftigen Wachstum entgegen und da die Märkte nicht selten der Erwartung folgen, erholten sie sich. 

Zum Beginn des Jahres 2020 sehen wir Anzeichen, die auf eine Stabilisierung des weltweiten Wachstums schließen lassen, aber nur wenig spricht für einen deutlichen Kurswechsel hin zu einer schnellen wirtschaftlichen Erholung mit steil nach oben verlaufender Wachstumskurve.

Die Märkte neigen dazu, der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas zu folgen. Vor dem Hintergrund des strukturellen Trends hin zu einem schwächer werdenden chinesischen Wirtschaftswachstum und im Hinblick auf die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten, erwarten wir für das Wachstum der Weltwirtschaft eine moderat positive Entwicklung mit einer eher flach verlaufenden Aufwärtskurve.  

Bewegung ist das alles bestimmende Element

Obwohl China 2019 seine Geldpolitik lockerte, bleibt das langfristige Ziel, Schulden abzubauen, bestehen. Die Lockerung erfolgte eher gezielt, so dass es im Rest der Welt zu keiner breit angelegten Kreditflut kam. Profitieren könnten die Märkte von diesen Impulsen trotzdem. Denn wenn die chinesische Wirtschaft stärker wächst, werden sich auch die Märkte weltweit schneller erholen. Die Handelsspannungen zwischen den USA und China waren 2019 das bestimmende Moment, das die Stimmung an den Märkten vor sich hergetrieben hat. Eine erste Einigung und der damit verbundene Eintritt in die erste Phase eines Mehrstufenplanes sorgt für Unterstützung, doch wir erwarten, dass dieses Thema uns im Jahr 2020 weiter begleiten wird. In Verbindung mit den anstehenden US-Wahlen ist einiges an Bewegung und die ein oder andere Überraschung zu erwarten. Vermutlich werden die US-Wahlen auch das US-amerikanische Inlandswachstum belasten, denn unruhigere Zeiten sind schwieriger einzuschätzen, was Unternehmen dazu bewegen könnte, Investitionsausgaben zurückzuhalten.  

Bei risikoreicheren Anlagen ist weiterhin Vorsicht geboten

Im hoch bewerteten US-Aktienmarkt verfolgen wir unsere Ziele weiterhin mit angemessener Skepsis.  Falls der Trend Risiken zu vermeiden nur vorübergehend ist, erwarten wir in absehbarer Zeit bessere Renditen für Anleihen. Zum Tragen kommen diese jedoch nur, solange die weltweite Inflationsrate niedrig bleibt und die Zentralbanken signalisieren, dass sie an ihrer Niedrigzinspolitik solange festhalten, bis die Inflation dauerhaft auf oder über dem Zielwert liegt. Das größte Risiko für eine rasch anziehende Inflation sehen wir im Ölpreis, steigt dieser deutlich, steigen Transport und Produktionskosten, was wiederum zu Preissteigerungen führt. 

Die durch das Virus in China ausgelöste Gesundheitskrise führte zu der Annahme, dass es zu einer allgemeinen Konsumflaute und einem damit einhergehenden Nachfrageeinbruch kommen könnte. Das Damoklesschwert einer drohenden Inflationsflaute übte Druck auf den Ölpreis aus und führte dazu, dass dieser deutlich sank. Wir halten die durch das Virus ausgelöste Stimmung für sehr angespannt und denken, dass diese Verspannung sich langfristig wohl wieder lösen wird. 

Im Jahr 2020 erwarten wir deutlichere Wechselkursschwankungen 

Im vergangenen Jahr fielen die Währungsschwankungen aufgrund der Synchronität zwischen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und geldpolitischer Reaktion sehr gering aus. Ausgehend von diesem sehr niedrigen Niveau werden die Wechselkursschwankungen 2020 mit großer Wahrscheinlichkeit zunehmen. 

Christine Lagarde hat Mario Draghi an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) abgelöst. Ist nun ein Kurswechsel zu erwarten? Einiges spricht dagegen: Der Spielraum, den die Europäische Zentralbank hat, um Zinsen zu senken, ist bereits sehr weit ausgereizt; zu den obersten Prinzipien jeder Zentralbank gehört es, die Märkte nicht zu überraschen oder gar zu verunsichern; die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sind im Kern die gleichen geblieben. Wir sind daher der Meinung, dass die EZB das derzeitige Zinsniveau weitgehend unverändert beibehalten und ihren Kurs fortsetzen wird. Für die US-amerikanische Zentralbank (Fed) sehen wir jedoch noch weiteren Spielraum, die Zinsen zu senken, was den nach wie vor stabilen US-Dollar sicher belasten könnte. 

Vor diesem Hintergrund werden sich Anleger auf einem schmalen Grat zwischen Partizipation an Aufwärtstrends und Schutz vor Abwärtsentwicklungen bewegen. Bereits im letzten Jahr gewann Gold unter Investoren immer mehr an Bedeutung, was auf eine rückläufige Bereitschaft ins Risiko zu gehen schließen lässt. Daher glauben wir, dass die Stärke von Gold auch in 2020 anhalten könnte. Auch alternative Anlagen werden in den Portfolios wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen. 

Unser Team setzt unterschiedliche Strategien ein, um in der Vielfalt möglicher Ereignisse   Gelegenheiten aufzuspüren und von der Bewegung im Markt zu profitieren. Im weiteren Verlauf des Jahres könnten diese volatilitätsorientierten Strategien ein wichtiger Teil des Instrumentariums sein, das wir entwickelt haben, um auf eine zunehmend stärkeren Schwankungen unterworfene Investitionslandschaft zu reagieren.   

Die Zentralbanken bleiben im Spiel, aber eine aggressive Risikopositionierung wäre angesichts der überzogenen Bewertungen, des schwachen Wachstums und der geopolitischen Spannungen auf breiter Front nicht umsichtig.

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