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Bewegte Zeiten erfordern mehr als nur eine Antwort

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team

Nach einem Jahr, das von beispiellos dynamischen Kursschwankungen geprägt war, erreichen wir das letzte Quartal. Geldpolitische Maßnahmen der Notenbanken und fiskalische Eingriffe der Regierenden sicherten die Liquidität im Markt und federten die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in vielen Ländern wirkungsvoll ab. Den Kursverlusten im März folgte eine Wiederbelebung der positiven Stimmung, welche die Märkte zu einer Aufholjagd trieb, die bis heute anhält. Die jüngsten Ereignisse aber deuten darauf hin, dass sich der Erholungsprozess in den kommenden Wochen verlangsamen könnte. Der weltweite Anstieg an Covid-19-Infektionen droht die Dynamik der wirtschaftlichen Aktivität zu drosseln, was eine weitere Verbesserung der Gewinnschätzungen bis zum Jahresende begrenzt.

Es herrscht Unsicherheit hinsichtlich möglicher wirtschaftlicher Schäden und einer zweiten Virus-Welle

Unsere Analysten sind der Meinung, dass der wirtschaftliche Schaden, den eine mögliche zweite Welle verursachen könnte, noch nicht in vollem Umfang in die Märkte eingepreist wurde. Im Gegenteil, es ist ein Optimismus hinsichtlich der Rückkehr zur wirtschaftlichen Aktivität erkennbar, der in einigen Bereichen unangemessen sein könnte. Im Verlauf des Monats September haben unsere Finanzexperten die Berechtigung zu diesem Optimismus zunehmend in Frage gestellt. Einiges deutet darauf hin, dass die Märkte ins Stocken geraten und risikoorientierte Anlagen angesichts der Bewertungskennzahlen unter Druck geraten. Eine Tendenz, die sich vielleicht auch im zunehmend kritischen Blick vieler Anleger auf US-amerikanische Technologiewerte widerspiegelt. Betrachten wir diese Bewertung jedoch im Vergleich zu anderen Anlageklassen, so relativiert sich das Bild. Die absolute Bewertung an den Aktienmärkten ist hoch und könnte aufgrund der anhaltenden Unterstützung durch die Politik andauern oder sogar noch extremer werden. Ein Szenario, das uns wahrscheinlicher scheint und einigen Segmenten risikoreicherer Anlagen Raum für weiteres Entwicklungspotenzial eröffnet.

Aufrechterhaltung des Kreditrisikos gegenüber dem Aktienrisiko

Vor dem Hintergrund unserer Einschätzung zum Aktienmarkt und der Herabstufung von Investment-Grade-Anleihen im vergangenen Monat bleibt unsere Risikostrategie unverändert. Wir bevorzugen nach wie vor das Kreditrisiko gegenüber dem Aktienrisiko und obwohl wir unsere Allokation auf festverzinsliche Anleihen mit Investment-Grade-Rating reduziert haben, konzentrieren wir uns tendenziell auf Anlagen, die in der Kapitalstruktur weiter oben angesiedelt sind. Hochzinsanleihen und Schuldtitel aus Schwellenländern bieten unter verschiedenen Ausfallszenarien betrachtet auch bei gestiegenem Ausfallrisiko noch immer ein attraktives Gewinnpotenzial.

Unser Blick auf US-Aktien bleibt skeptisch

Da weiterhin keine Einigung über ein weiteres Konjunkturpaket besteht, ist die Haltung unserer Finanzexperten gegenüber US-Aktien nach wie vor von Vorsicht bestimmt. Darüber hinaus stehen mögliche Marktschwankungen im Vorfeld der Präsidentschaftswahl einer positiveren Einschätzung im Weg. Die Prognosen unserer Investment-Teams zur Marktentwicklung der nächsten Wochen sind aufschlussreich, doch kein Team kann hinsichtlich der Zuverlässigkeit seiner Prognose einen eindeutigen Vorteil für sich in Anspruch nehmen. Daher haben wir die Auswirkungen verschiedener Szenarien auf die Märkte untersucht und die Ergebnisse in unsere Anlagestrategie mit einfließen lassen. Wir bevorzugen an den weltweiten Aktienmärkten die asiatischen Schwellenländer und bauen unser Engagement insbesondere in China weiter aus. Die Basis für unsere Bevorzugung des asiatischen Raums bildet die im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften wirkungsvolle Eindämmung des Virus, was sich nicht zuletzt in den Einzelhandelsumsätzen und den Investitionsausgaben Chinas widerspiegelt, die beide deutlich an Dynamik gewinnen. Die Schwäche des US-Dollars gibt der Region zusätzlichen Rückenwind und bestärkt uns in unserer Haltung.

Faktoren, die zu beachten sind

Auf dem Weg zurück zur Normalität werden allmählich die Spuren erkennbar, welche die Präventionsmaßnahmen, die zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus getroffen wurden, hinterlassen haben. Wir analysieren, welche dieser Auswirkungen als vorübergehend einzustufen sind und welche die Wirtschaft langfristig belasten. Wir beobachten die Entwicklung möglicher Impfstoffe gegen Covid-19 sowie die Brexit-Gespräche und die Beziehung zwischen den USA und China. Am stärksten aber gewichten wir, inwieweit die Regierenden unter Beweis stellen, dass sie die finanziell belasteten Wirtschaftssektoren weiterhin unterstützen und prüfen, ob sich die Signalwirkung der zum Einsatz kommenden Instrumente nicht abnutzt.

Die Zyklen im Augen behalten

Der Konjunkturzyklus
Obwohl das Makro-Team von Fidelity die weltweiten Wirtschaftsaussichten für 2021 positiv bewertet, ist die weitere Entwicklung nicht frei von Risiken. Bei einem ungünstigeren Verlauf könnte die Erholungsphase abflachen, während sich die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Wirtschaft weiter entfalten.

Der Politikzyklus
Nachdem die Fed zuletzt einen flexiblen Rahmen für das durchschnittliche Inflationsziel (FAIT) eingeführt hat, scheinen sich die Möglichkeiten der Notenbanken zu einem gewissen Maß erschöpft zu haben. Trotz der kurzfristigen deflationären Impulse sehen wir die Gefahr, dass die Inflation zu einer Besorgnis der Anleger wird, was zu einer Prüfung der Glaubwürdigkeit der Zentralbanken durch die Märkte und zu einem potenziellen Realzinsschock führen könnte, der das Potenzial hat in seinen Auswirkungen die Jahre 2013 und 2018 in den Schatten zu stellen. Die Unterstützung der Märkte durch die Politik ist nun um so stärker gefragt.

Der Ertragszyklus
Die in die Zukunft reichenden Berechnungen sind positiv, was die Stimmung am Markt unterstützt, worauf wir aber in Anbetracht der Möglichkeit einer überzogen positiven Grundstimmung vorerst keinen Wert legen. 

Der Kreditzyklus
Nachdem die Standardwerte angesichts positiver makroökonomischer Überraschungen in den letzten Monaten gewachsen sind, treten wir nun in einen Kreditzyklus ein, für den wir die Höhe der Ausfälle nach oben korrigiert haben.

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Kompaktes Video-Update zum Markt

Wie haben sich die Märkte im letzten Monat entwickelt? Und wie konnten sich die Anlagestrategien von Fidelity Wealth Expert behaupten? Oliver Dreiskämper, Produktmanager Fidelity Wealth Expert, und Andreas Telschow, Kundenbetreuer, kommentieren den Marktbericht jeden Monat in einem kompakten Live-Update.

Zur Aufzeichnung

Risikohinweise: Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Bitte beachten Sie hierzu die Risikohinweise auf unserer Website unter https://wealthexpert.fidelity.de/rechtliche-hinweise. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Tel. 069/77060-220