Für die meisten Anleger dürfte es schon eine Weile her sein, dass sie die Schulbank gedrückt haben. Und viele dürften durchaus froh sein, dass sie sich nicht mehr mit Fächern wie Mathematik herumschlagen müssen. Dabei lohnt es sich, die Erinnerungen ein wenig aufzufrischen und sich die Grundlagen für den Umgang mit Zahlen mal wieder zu vergegenwärtigen. Warum? Weil sich bei Geldgeschäften vieles um Zahlen dreht - und es eine Menge Begriffe gibt, die viele von uns verwenden, ohne sie wirklich zu durschauen. Zeit für eine kleine Auffrischung:

Rendite

Einer der gebräuchlichsten Begriffe unter Anlegern ist sicherlich die Rendite. Wer darüber spricht, meint in der Regel den Ertrag einer Geldanlage. Was heißt das konkret? In der Regel werden Renditen in Prozent angegeben und bemessen die Wertentwicklung einer Anlage innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Rendite, desto erfolgreicher ist also eine Kapitalanlage.

Um aus der Rendite den Ertrag zu berechnen, reicht ein einfacher Dreisatz. Wirft eine Geldanlage von 500 Euro beispielsweise über ein Jahr 8 Prozent Rendite ab, dann gilt:

100 Prozent entsprechen 500 Euro, also entsprechen (dividiert durch 100)

1 Prozent = 5 Euro, also (multipliziert mit 8)

8 Prozent = 40 Euro. 

Der absolute Gewinn beträgt 40 Euro. Anders gesagt: Der Wert der Anlage ist innerhalb des Jahres von 500 Euro auf 540 Euro gestiegen.

So weit, so einfach. Etwas kompliziert wird die Sache allerdings, wenn Anleger wissen wollen, wie hoch die Rendite ist, die sie selbst mit einer Anlage erzielt haben. Denn die Rendite, von der immer und überall zu lesen ist, geht eben immer von einem bestimmten Anlagezeitraum aus - in der Regel von einem Jahr. Wer aber zu einem anderen Zeitpunkt angelegt hat, der hat dementsprechend eine ganz andere Rendite erzielt. Entweder, weil die Wertsteigerung in einem kürzeren Zeitraum gelang. So ist ein Acht-Prozent-Gewinn in einem halben Jahr eben deutlich höher zu bewerten als innerhalb eines ganzen Jahres. Oder, weil man eine Anlage zu einem anderen Preis eingekauft oder verkauft hat. Dann nämlich ist der eingestrichene Gewinn und damit die persönliche Rendite womöglich eine völlig andere.

Tipp: Renditen aus Fondstabellen und anderen Veröffentlichungen machen Anlageerfolge allgemein vergleichbar. Sie können aber individuelle Kauf- und Verkaufszeitpunkte nicht berücksichtigen und sind damit nicht gleichzusetzen mit der persönlichen Rendite.


Performance

Noch gebräuchlicher als die Rendite ist beim Vergleich von Produkten zur Geldanlage die Performance. Letztlich ist das nur ein anderes Wort für jährliche Rendite; und damit eine Kennziffer, die die Rentabilität unterschiedlicher Anlageformen vergleichbar machen soll. Besonders oft wird in Bezug auf Fonds von deren Performance über ein Jahr, drei Jahre und fünf Jahre gesprochen. Diese finden sie beispielsweise über den Fidelity Fondsfinder (https://direct.fidelity.de/anlegen-und-sparen/fondsfinder/). Ausformuliert klingt das beispielsweise so: "Über drei Jahre hat der Fonds eine durchschnittliche Performance von 8 Prozent pro Jahr erzielt."

Nun die Preisfrage: Wie viel Prozent hat der Fonds in drei Jahren zugelegt?

Antwort: Es sind nicht 24, sondern rund 26 Prozent. Wie das? Der Zinseszins machts möglich: Im ersten Jahr wurden aus 100 Euro nämlich 108 Euro. Das Jahr darauf kamen erneut 8 Prozent Gewinn hinzu, macht 108*1,08 = 116,64 Euro. Im dritten Jahr werden aus 116,64 Euro * 1,08 = 125,97 Euro. Acht Prozent jährliche Performance entsprechen bei 100 Euro Startkapital also rund 26 Euro oder 26 Prozent Wertzuwachs in drei Jahren.

Tipp: Wertzuwachs, Performance und Rendite können ganz unterschiedliche Dinge meine. Entscheidend ist immer der Betrachtungszeitraum.  

Aktienbewertung 

Bei der Bewertung einzelner Aktien schielen viele auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Das KGV setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie. Beträgt der Gewinn je Aktie zum Beispiel 20 Euro und man zahlt für einen Anteilsschein 160 Euro, liegt das KGV bei 160/20=8. Ein niedriges KGV deutet darauf hin, dass eine Aktie günstig bewertet ist, ein höheres KGV spricht für eine hohe Bewertung. Ist zum Beispiel eine andere Aktie für 100 Euro zu haben und dieses Unternehmen erwirtschaftete zuletzt 5 Euro Gewinn pro Aktie, beträgt das KGV hier 20. Anders gesagt: Das erste Unternehmen wird an der Börse mit dem 8-fachen, das zweite mit dem 20-fachen seines Gewinns bewertet, also 2,5-mal so hoch. 

Was macht nun ein KGV besonders hoch oder niedrig? Wer auf die Formel schaut, stellt fest: Das kann einerseits daran liegen, dass die Kurse gestiegen sind, andererseits aber auch daran, dass die Gewinne schrumpfen. Ob das unbedingt ein schlechtes Zeichen ist, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl erfassen.

Tipp: Das KGV taugt als gröbere Methode zum Vergleich von Aktienkursen. Es ist allerdings - wie alle relativen Kennzahlen - mit Vorsicht zu genießen, weil sich Zähler und Nenner verändern können. 

Zinsen und Dividenden

Was sorgt nun eigentlich für den Gewinn: Zins? Rendite? Dividende? Der Reihe nach: Zinsen sind eine laufende Vergütung dafür, dass ein Anleger Geld verliehen hat. Die Rendite bezeichnet hier übrigens - im Gegensatz zum meist jährlich ausgeschütteten Zins -, den Ertrag einer Investition vom Kaufzeitpunkt bis zum Ende. Dabei berücksichtigt die Rendite auch den Kaufpreis. Wer günstig kauft, erzielt eben bei gleicher Zinshöhe mehr Rendite auf sein eingesetztes Kapital.

Die Dividende wiederum ist der Teil des jährlichen Gewinns, den Unternehmen an die Aktionäre ausschütten. Wie hoch sie ist, wird auf der Hauptversammlung beschlossen. Die Dividendenrendite, angegeben in Prozent, setzt die Gewinnausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs. Eine hohe Dividendenrendite sieht attraktiv aus, kann aber durch einen niedrigen Aktienkurs statt durch hohe Ausschüttungen zustande kommen. Eine hohe Dividende ist auch nicht automatisch ein Beweis dafür, dass es einem Unternehmen gut geht. Zum Teil greifen Unternehmen bei Dividendenzahlungen sogar besonders tief in die Tasche, nur um Aktionäre bei der Stange zu halten.

Tipp: Auch bei vermeintlich sichereren Einnahmequellen wie Zinsen oder Dividenden ist ein kritischer Blick ins Rechenwerk sinnvoll. Denn manchmal klingen die Zahlen besser als sie sind.

Unterm Strich: Mit Bleistift und Papier zum Erfolg

Ein kleines bisschen Mathe, ein wenig Hintergrundwissen und ein Griff zu Stift und Papier liefern Anlegern wertvolle Informationen über die wahre Güte eines Investments. Für tiefere Analysen können Anleger jederzeit auf das Fachwissen der Fondsmanager zurückgreifen, sich über einzelne Themen auf der Website von Fidelity International informieren - oder die Geldanlage sogar ganz den Fidelity Wealth Experts überlassen. 

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