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ETF vs. aktives Management - was ist in Krisen besser?

Fidelity

Fidelity - Research team

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John Bogle machte die Geldanlage einfach und billig. 1976 schuf der Gründer des Fondsanbieters Vanguard den ersten öffentlich handelbaren Indexfonds der Welt. Die Idee: Statt mühsam die vermeintlich besten Aktien herauszusuchen, kaufte der Fonds einfach den gesamten Markt – und das zum Bruchteil der Kosten, die Anleger zu der Zeit für aktiv verwaltete Vehikel zahlen mussten. Hohn und Spott ließen nicht lange auf sich warten. Kritiker warfen Bogle vor, es sei „unamerikanisch“, bei der Geldanlage nur den Durchschnitt anzustreben. Der Beste sein – das war das Ziel. Doch das sollte nicht so bleiben. 

Kaum ein Investmentprodukt hat in kurzer Zeit so viele Anleger begeistert wie die ETFs. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds, zu Deutsch börsengehandelter Indexfonds. Im Jahr 2019 belief sich das weltweit verwaltete Vermögen dieser Produkte allein in Europa auf 923 Milliarden Euro, zeigen Daten der Fondsratingagentur Morningstar.¹ Das entspricht einem Plus von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Funktionsweise der Produkte ist seit Bogles Erfindung im Kern unverändert geblieben: Ein ETF bildet einen Börsenindex nach, beispielsweise den deutschen Leitindex DAX. Die Wertentwicklung des ETF ist dadurch nahezu perfekt an die Entwicklung des jeweiligen Index gekoppelt. Steigt der Index, steigt auch der Fonds im Wert – und umgekehrt. Das macht die passiven Produkte extrem günstig. Weil kein Manager einzelne Aktien auf Basis einer Analyse auswählt, kosten ETFs in der Regel nur einen Bruchteil der Gebühren, die Anleger für Anteile an einem aktiv verwalteten Fonds zahlen. 

ETFs verstärken Trends

Bogle argumentierte damals, dass Investoren sich die Kosten für aufwendiges Fondsmanagement sparen könnten, da die meisten Manager den Markt ohnehin nicht schlagen. Deshalb könnten sich Investoren den Kauf „teurer“ aktiver Produkte sparen. 2017 ruderte der Geburtsvater der Indexfonds jedoch zurück und warnte sogar vor den möglichen Folgen von ETFs: „Der Markt kann nicht existieren ohne Marktteilnehmer, die Research und Analysen betreiben und den Transaktionen, die daraus resultieren“, sagte Bogle in einem Interview mit einem US-Magazin. Darin räumte der Vanguard-Gründer auch ein, dass Index-Investments die Kapitalmärkte destabilisieren könnten. Der Grund: ETFs folgen Trends und befeuern sie bei entsprechender Nachfrage sowohl nach oben als auch nach unten.

Aber das ist nicht der einzige Grund, den Boom der passiven Produkte mit Skepsis zu betrachten. Denn während Anleger in guten Zeiten tatsächlich hohe Marktrenditen zu geringen Kosten erzielen können, verkehrt sich die Eigenschaft der ETFs in schwierigen Börsenlagen schnell ins Negative. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass aktive Fonds und aktiv verwaltete Portfolios vor allem in Krisenzeiten ihre Stärken ausspielen können. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende schnitten aktive Fondsmanager zum Beispiel bei US-Standardaktien um mehr als 470 Basispunkte besser ab als ihr Vergleichsindex. Während der Finanzkrise 2008 und 2009 lagen sie um rund 100 Basispunkte vorn. Aktive Fonds erzielten also in Krisen mehrfach Überrenditen und bewahrten Investoren vor schmerzhaften Verlusten.

Auch das ist wenig überraschend, wenn man die Produkte vergleicht. Denn während ETFs stets dem Index folgen muss, der gute wie schlechte Werte enthält, schaffen es ins Portfolio aktiver Fonds in der Regel nur Aktien von Unternehmen, deren Fundamentaldaten das Management überzeugen – die also sehr solide aufgestellt sind. 

Aktives Management zahlt sich in Krisen aus

In Boomphasen mag es von Vorteil sein, den ganzen Heuhaufen zu kaufen und damit eine hohe Chance zu haben, auch gute Titel darin zu finden. In der Krise aber machen die wenigen Nadeln im Heuhaufen den Unterschied. Das zeigt sich auf dem Markt für festverzinsliche Papiere besonders eindrücklich: Denn bei Anleihen haben Schuldner mit der größten Marktkapitalisierung auch oft das größte Gewicht im Index. Mit andern Worten: ETFs greifen ausgerechnet bei den Unternehmen mit der höchsten Verschuldung zu. Diese Unternehmen sind aber nicht immer auch die solidesten Investments. Im Abschwung besteht die Gefahr, dass diese Unternehmen als Schuldner vermehrt ausfallen.

Aktives Management heißt, den Markt zu kennen und Situationen einschätzen zu können. Gerade in schwierigen Zeiten nutzen Fondsmanager den Spielraum, sich den Verhältnissen anzupassen und durch gezielte Auswahl einzelner Unternehmen und Wertpapiere ein Stück weit gegen den Strom zu schwimmen. Nicht jedes Unternehmen und nicht jede Branche ist von einer Krise schließlich gleich betroffen. Manche Konzerne profitieren sogar. Andere leiden kurzfristig, erholen sich dafür jedoch umso schneller, sobald sich die Lage wieder beruhigt. Für Fondsmanager bieten Rücksetzer deshalb immer auch die Chance, zu günstigen Kursen in Aktien und Anleihen qualitativ hochwertiger Unternehmen zu investieren. Dafür brauchen sie eine genaue Vorstellung davon, wie sich das Portfolio langfristig zusammensetzen soll. Anlageexperten von Fidelity überwachen die Entwicklungen an den Finanzmärkten aktiv und passen Portfolios laufend an, wenn sich ihre Einschätzung zu bestimmten Anlageklassen ändert. So helfen sie Anlegern dabei, unnötige Risiken zu meiden und Gelegenheiten zu ergreifen. Fidelity International kann dafür auf ein Team mit rund 400 Fondsmanagern und Analysten zurückgreifen und verfügt zudem über langjährige Kontakte zu einem globalen Netzwerk externer Anlageexperten.

Aktiv gemanagte Fonds sorgfältig auswählen

Anlegern fällt die Entscheidung für oder gegen einen aktiven Fonds mitunter schwerer als bei ETFs, bei denen es letztlich ja vor allem um die Wahl des passenden Index geht. Bei aktiven Fonds sollten Investoren darüber hinaus die Strategie des Managements mit ihren eigenen Risikopräferenzen abgleichen. Dabei hilft auch der Blick in den Fondsprospekt. 

Investoren sollten sich darüber hinaus die Historie eines Fonds anschauen und hinterfragen, wo die bisherige Performance herkommt und wie viel tatsächlich der Managerleistung zuzuordnen ist. Häufige Managerwechsel etwa sind mit Vorsicht genießen. Sie können auch Strategiewechsel bedeuten. 

Bei Fidelity vertrauen Anleger ihr Kapital einem Team an, das zum Teil seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und in der Vergangenheit bewiesen hat, dass es mit Krisen umgehen kann. Die Anlageexperten von Fidelity Wealth Expert verfügen über langjährige Erfahrung im Kapitalmanagement und sind geübt darin, auf Marktschwankungen zu reagieren und auch in ineffizienten Märkten erfolgreich zu handeln. Sie stammen nicht nur von Fidelity, sondern kommen auch von anderen renommierten Kapitalanlagegesellschaften wie Franklin Templeton, Goldman Sachs und weiteren globalen Größen.

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