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Behalten Sie den Unternehmenssektor im Auge

Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert - Investment Team


Wir befinden uns im zweiten Quartal 2019. Die Kursentwicklung an den Weltmärkten übertrifft die Konjunkturdaten deutlich. Gleichzeitig erreicht der US-Aktienmarkt erneut ein Allzeithoch.

Über 17% legte der S&P 500 seit Jahresbeginn zu. Schritt für Schritt konnte er Boden wieder gut machen und am Ende alle Einbußen aufholen, die er seit seinem Hoch im September letzten Jahres hatte hinnehmen müssen.

Der Technologiesektor ist wieder zurück. Wie schon 2018 steht er auch diesmal an der Spitze und treibt die Märkte an. Und das bei konstant sinkender Volatilität. Bereits im vierten Monat in Folge sind die Kurse stabil und sorgen kaum für Nervosität – der längste Zeitraum seit 2014. Erkennen wir bereits Signale, die uns Sorge bereiten sollten?

Die Anleger sind überrascht: Sind wir wirklich wieder im Rennen? Oder schießen die Märkte schon über das Ziel hinaus?

Die Diskrepanz zwischen starken Märkten und nicht ganz so starken Wirtschaftsdaten ist sicher nicht von Dauer, sie wird irgendwann kleiner werden. Die Frage ist nur, worauf werden wir das zurückführen: auf schwächelnde Märkte oder auf einen Aufschwung der Weltwirtschaft?

Unser Standpunkt zu den Märkten hat sich im Wesentlichen nicht geändert. Wir sind davon überzeugt, dass sie sich besser entwickelt haben, als man aufgrund der Konjunkturdaten erwarten durfte. Doch wie geht es weiter?

Die richtungsweisenden Schlüsselindikatoren für die weitere Entwicklung sehen wir im Unternehmensbereich.

Für das erste Quartal waren die Prognosen der Analysten eher verhalten: 3,9% Gewinnrückgang sagten sie voraus. Der Markt ignorierte die Prognosen und legte einen guten Start hin. Deutlich übertrafen die Unternehmen die nach unten geschraubten Gewinnerwartungen.

Wir haben eine sehr klare Vorstellung davon, welche Schlüsse wir daraus ziehen können. Im Fünfjahresdurchschnitt übertreffen die tatsächlichen Erträge die Schätzungen mit 4,8% pro Quartal ebenso regelmäßig wie deutlich. Daher sollten wir diesen Umstand nicht als Indiz dafür werten, dass sich der Unternehmensbereich in ausgezeichneter Verfassung befinde. 

Erkennen wir bereits Signale, die uns Sorge bereiten sollten?

Das CFO Magazin, eine amerikanische Fachzeitschrift für Chief Financial Officers und andere Entscheidungsträger im Finanzbereich, veröffentlicht vierteljährlich ihr Global Business Outlook, eine Umfrage, welche die Duke’s Fuqua School of Business unter CFOs und privaten Unternehmen durchführt. Das Ergebnis der Umfrage gibt Einblick in die Einschätzung führender Firmenlenker und Top-Manager. Die jüngste, Anfang April veröffentlichte Umfrage, kann durchaus Grund zur Beunruhigung geben: 84% der CFOs von 469 US-amerikanischen Unternehmen erwarten, dass die US-Wirtschaft bis zum ersten Quartal 2021 in die Rezession eintreten wird, 67% glauben, dass eine Rezession bis zum dritten Quartal 2020 beginnen wird, 38% sind sogar noch pessimistischer und sehen den Eintritt in die Rezession schon zum ersten Quartal 2020.

Niemand weiß, ob diese Prognosen eintreten oder nicht. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass Überzeugungen Entscheidungen beeinflussen. Werden CFOs, die mit einer Rezession rechnen, neue Investitionen in Maschinen oder Anlagen frei geben? Oder werden sie ihre Bilanzen vor einem drohenden Absturz schützen, indem sie Investitionen kürzen?

Besonders auf Unternehmen, die im Verhältnis zum Eigenkapital mit hoher Fremdfinanzierung arbeiten, üben solche Prognosen Handlungsdruck aus. Sie sind anfällig für Herabstufungen durch Ratingagenturen. Zumal eine Rekordzahl US-amerikanischer Unternehmen, die mit „Investment Grade“ eingestuft werden, lediglich die dafür notwendige Mindestanforderung von BBB-Rating erfüllen, welche nur eine Stufe über „Ramschanleihen“ liegt.

Das Management eines Unternehmens hat die Mittel in der Hand: Es entscheidet wie viel wofür ausgegeben wird, wo notwendige Investitionen getätigt werden und wie viel Geld nach persönlichem Ermessen in andere Bereiche wie zum Beispiel Werbung fließt. Das allgemeine Stimmungsbild, die sich gegenseitig beeinflussenden Meinungsbilder von Top-Entscheidern, die für einige Unternehmen erkennbare Gefahr, von „Investment Grade“ auf „Ramschanleihen“ fallen zu können, das alles sind Treiber, welche die Zukunft mitgestalten und die wir deshalb nicht unbeachtet lassen wollen.

Die US-amerikanische Wirtschaft und das weltweite Wachstum.

Das Wachstum der Weltwirtschaft lässt, zumindest in den Anfängen, eine Stabilisierung erkennen. Unsere Einschätzung der US-amerikanischen Wirtschaft ist weniger positiv. Und wir halten es für möglich, dass sie sich gegen den Rest der Welt durchsetzt. Trifft diese Entwicklung ein, würde sich das negativ auf den Unternehmenssektor auswirken. Aber auch die gegenteilige Entwicklung ist nicht ohne Risiken. Verbessern sich die Konjunkturdaten, könnte die US-Zentralbank (Fed) ihre Zinspolitik wieder straffen. Es sind eher Zinssenkungen im Markt eingepreist als Zinserhöhungen. Entsprechend negativ würde wohl die Antwort der Märkte auf ein solches Szenario ausfallen.

Wie sagt das Sprichwort: Bullenmärkte sterben nicht an Altersschwäche, sondern an Euphorie.

Wir vermissen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die man für gewöhnlich mit einem solchen Hoch an den Aktienmärkten verbindet. Deshalb sind wir nach wie vor recht skeptisch gegenüber dem, was die Zukunft bringt.
 

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